Geschichte von Vilnius
Vilnius wurde unter Gediminas (Großfürst seit 1316) gegründet. Vilnius als Hauptstadt Litauens wird erst mal 1323 erwähnt.
Im 15. Jahrhundert erlebte die Stadt ein Periode großer wirtschaftlicher Blüte. In Folge der polnisch-litauischen Union kam die Stadt zunehmend unter polnischen Einfluss. Versuche der Gegenreformation gingen einher. Das zu diesem Zweck 1570 von den Jesuiten gegründete Kollegium wurde 1579 zur Universität mit Privileg des polnischen Königs und Segen des Papstes erklärt. Für lange Zeit war die Universität in Vilnius die einzige Hochschule im östlichen Mitteleuropa. Gleichzeitig wurde Vilnius das wichtigste Zentrum jüdischer Kultur in Nordeuropa. Wirtschaftlich begann im 16. Jh. allerdings mit der zunehmenden Dominanz Polens ein langsamer Abstieg in Vilnius. Das 17. Jahrhundert war von kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt- sieben Jahre war die Stadt zwischen 1655 und 1661 von russischen Truppen besetzt.
Im Großen Nordischen Krieg wurde Vilnius in den Jahren 1702 und 1707 von schwedischen Truppen zerstört. Große Brände in den Jahren 1737, 1745 und 1747 bremsten den folgenden Wiederaufbau.
Zwischen 1795 und 1917 gehörte Litauen und damit Vilnius zum russischen Zarenreich. Vilnius entwickelte sich relativ bescheiden, dennoch war sie weiterhin von regionaler Bedeutung, die Stadt war im 19. Jahrhundert das Zentrum des weißrussischen nationalen Lebens. Die wichtigsten weißrussischen Dichter und Schriftsteller publizierten ihre Werke damals in Vilnius.
Nach der Unabhängigkeit Litauens wurde Vilnius Hauptstadt Litauens, doch bereits 1920 wurde sie von Polen nach der Okkupation annektiert. Für die nächsten 19 Jahre war Kaunas die neue Hauptstadt des Landes. Für das kulturelle und wissenschaftliche jüdische Leben in Ostmitteleuropa hatte Vilnius jedoch ihre Bedeutung erhalten können, auch für die Weißrussen behielt Vilnius seine Bedeutung als kulturelle Hauptstadt.
Vilnius wurde am 19. September 1939 von der Roten Armee eingenommen. Für wenige Wochen war Vilnius Teil der Weißrussischen Sowjetrepublik, im Oktober wurde die Stadt formell an Litauen gegeben. Nach dem Anschluss Litauens an die UdSSR am 3. August 1940 wurde Vilnius wieder Hauptstadt des Landes, der Sozialistischen Sowjetrepublik Litauen.
Die deutsche Besetzung begann am 23. Juni 1941 und endete am 13. Juli 1944. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die polnische Bevölkerung vertrieben und Vilnius Hauptstadt Litauens und blieb es auch nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit 1990. Seitdem entwickelte sich Vilnius von einer sowjetischen in eine westlich-kosmopolitische Stadt.
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